Eintausendfünfhundert Hunde! {25.2.2019}

25.2.2019: Eintausendfünfhundert Hunde.

1’500.

750 bellende.

Stefan und ich stehen dazwischen.

Welch ein Bild.

Dies ist keine Projektion unseres Unterbewusstseins. Kein Traum von uns, um die Strassenhund Problematik in Sri Lanka zu verarbeiten. Nein. Es ist die Realität im SOS-Animal-Center.

Strassenhunde in Sri Lanka sieht man an jeder Ecke. Manche sind gesund, anderen sieht man Krankheiten schon an. Aber alle samt haben sie Flöhe und Zecken. Die Problematik löst sich nicht von selbst – die Einheimischen haben kein Interesse an den Hunden und überlassen die Tiere einfach ihrem Schicksal. Hunde, die gekauft werden aber nicht dem Wunsch entsprechen, werden einfach ausgesetzt. Dazu kommt die Fortpflanzung der Hunde. Auch kleine Hundewelpen trifft man auf den Strassen an. So werden die Hunde immer mehr und mehr. Viele Menschen sind überfordert, wissen nicht wie mit der «Plage» umgehen und sich vor den Hunden schützen. Manche werden geschlafen, weggescheucht oder mit Steinen beworfen. Der Zustand der Hunde, die wenig zu fressen haben, gepeinigt werden, dem Wetter und der Natur ausgesetzte sind, verschlimmert sich. Ein Teufelskreis, der schwer zu durchbrechen ist.

Im besagten SOS-Animal-Center werden die Hunde aufgenommen. Vorerst nur jene, die in sehr schlechtem Zustand sind. 99 Prozent der dort glücklich und gesund lebenden Hunde, wären schon lange tot. Die Hunde werden gesäubert, entfloht, geimpft, kastriert und die ersten Tage zur Beobachtung in einen Einzelzwinger gebracht. Danach dürfen sie auf das grosse Areal, sich einem Rudel anschliessen und frei herumlaufen.

Vor allem die «Disabled-Dogs» haben unser Herz erwärmt. Manche nur mit zwei oder drei Beinen, andere mit Gelähmten.

Aber am beeindruckendsten waren die Hunde in der Summe. Alle von Grund auf freundlich. Anfangs bellten sie zwar – aber ist ja klar. Fremde in ihrem Revier! Später wollten sie gestreichelt werden, sprangen an uns hoch, schnüffelten und leckten uns ab. Am liebsten hätten wir so manch einen Hund mitgenommen und ihm eine Zukunft geboten.

Wie dem auch sei – diese Organisation leistet unglaubliche Arbeit! 120kg Reis, 25 kg Fisch und Linsen werden täglich gekocht. Der Tierarzt nimmt regelmässig Beine ab, um den Tieren eine Chance zu geben. Es wir geputzt, gestreichelt, gepflegt, in die Schranken gewiesen, gespielt und Zeit verbracht. Mit Hunden, die die meisten schon längt, aufgegeben hätten. So viel Zuversicht und Tierliebe habe ich in meinem Leben selten zu Gesicht bekommen.

Bewundernswert! Aber ob solche Organisationen die Lösung für die Problematik in Sri Lanka ist, sorgt bei mir uns Stefan häufig für Diskussionsstoff. Ein abschliessendes Fazit, haben wir bis jetzt noch nicht gefunden.

Annika & Stefan