Galle, Markt {19.01.2019}

19.01.2019: In Galle finden wir uns in einer Touristen Hochburg wieder. Landsleute aus der ganzen Welt lassen es sich gut gehen. Essen einheimische Spezialitäten, genauso aber Pizza und Gelato wie in Italien. Kaufen Gewürze, Edelsteine und typische Souvenirs, meist zu horrenden Preisen. Auch wir Fallen auf die Masche herein. Wir wollen zum Markt und schlendern die Hauptstrasse entlang. Bei einem einheimischen Fischmarkt kommt ein Mann auf uns zu – er fragt woher wir kommen. Aus der Schweiz – er stahlt uns an. Ihm wurde nach dem Tsunami ein Schiff geschenkt – von dem Schweizer Sir Urs. Er zeigt uns den Gewürzmarkt, dort muss er ohnehin für sich und seine Familie einkaufen, versichert er uns. Wir freuen uns – so ein netter Mann! Aufgeschlossen plaudert er mit uns und führt uns durch die Gassen. Bei einem Gewürzverkäufer angekommen, zeigt er uns verschiedenste Gewürze, fragt ob wir sie kennen, lässt uns daran riechen und sie probieren. Wir entscheiden uns etwas zu kaufen – ein bisschen Safran, Curry, Tee und Zimt. «Wie teuer?» fragen wir. 10’400 Rupien, wir schlucken, das überschreitet unser Wochenbudget bei weitem! So teuer ist das doch nicht, entscheiden wir. Wir splitten die Dinge auf und fragen nach den einzelnen Preisen. Der Verkäufer verheddert sich, zusammen kommt man niemals auf den vorher genannten Betrag. Wir kaufen nur einen Teil der vorher ausgewählten Dinge, immer noch zu einem sehr hohen Preis. Zwar mit Dank verabschieden wir uns aber wir sind enttäuscht. Enttäuscht von der auffälligen Skrupellosigkeit der Verkäufer und des Mannes der uns dort hin geführt hat. Wir gehen davon aus, dass wir auf einen Trick hereingefallen sind. Hat er wirklich ein Boot von einem Urs bekommen? Brauchte er wirklich Gewürze? Oder hat er mit dem Gewürzgeschäft eine Abmachung? Auf dem Weg zurück in Richtung Hostel sehen wir andere Touristen, die auch mit einem einzelnen Einheimischen Richtung Innenstadt laufen – ob ihnen wohl das gleiche blüht?

Wir beschliessen : 1. immer bevor wir zusagen etwas zu kaufen wollen wir den Preis wissen. 2. Wir lassen uns nichts mehr aufschwatzen und bleiben auch bei netten Geschichten kritisch 3. Wir kaufen nur noch, was uns wirklich wichtig ist und uns den Preis auch wert ist. 4. Wir trauen uns «Nein» zu sagen und auch bei netten Menschen einfach nichts zu kaufen – wir sind nicht dazu verpflichtet! Wir sind guter Dinge, und wissen, dass wir daraus gelernt haben. Auch aus solchen Gründen reisen wir.

Annika & Stefan